Tirol 12.09.2009 - Spätsommer in St. Christoph am Arlberg
Meine Hinfahrt nach St.Anton am Arlberg am Vortag der Hochzeit war bereits ein Erlebnis. Zuerst reihte sich mein Auto bei Innsbruck gewohnheitsgemäß Richtung Brenner/Italien ein, anstatt die Abfahrt Bregenz zu nehmen. Danach wurde ich bei einem Überholmanöver einer S-Klasse seitens meines alten Polo mit einem 30 Euro Ticket der österreichischen Gendarmerie belohnt. Zu guter Letzt landete mein Auto in der meinem Hotel nicht zugehörenden Tiefgarage und ich somit nicht im richtigen Hotel. Der Nachtportier des bereits geschlossenen Hotels ließ mich trotzallem bis an meine vermeintliche Zimmernummer 111 vordringen, um mir dann mitzuteilen, dass das Hotel erst wieder in der Wintersaison öffnet. Ende gut alles gut, ich landete schließlich im richtigen Hotel, im richtigen Zimmer und somit im richtigen Bett und konnte mir sogar noch die letzten 10 Minuten meines derzeitigen Lieblings-”James Bond”, Casino Royal, im Fernsehen ansehen. Leider war in meiner Minibar diesesmal keine Flasche Bollinger La Grand Annee gekühlt, aber das Tankstellen-Beck’s war auch ganz gut.
Das Wetter am nächsten Tag war einfach toll. Genau nach meinem Geschmack. Die Temperaturen bereits etwas kühl und alles in leichten Hochnebel gehüllt, zwischendrin spitzte die Sonne herraus, so wie es eben im Spätsommer im Gebirge ist.
Die Trauung fand in einer wunderschönen kleinen Bergkirche in Stuben am Arlberg statt, in der Pfarrkirche zu Maria Geburt, mit einem der nettesten Geistlichen, den ich in meiner bisherigen Hochzeitsfotografen Laufbahn erlebte. Auch ihm war etwas kühl, und so hielt er die Trauung in seiner Wollmütze. Das Kirchlein wurde von vielen Nationen gefüllt und es versprach noch eine sehr interessante Feier zu werden mit ganz anderen Gepflogenheiten. Gefeiert wurde anschließend in der Hospitz Alm in St. Christoph, berühmt für seinen imposanten Großflaschenweinkeller, vermutlich ziemlich lange. Ich trat meine Rückreise des späteren Abends an, nicht ohne etwas von diesem köstlichen Bordeaux aus den 12 Liter Flaschen zu kosten.
Was dieses Brautpaar und diese Hochzeit so besonders für mich machte: die beiden passten so perfekt zu dieser Landschaft, sie waren einfach am richtigen Ort.


















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